Die Alzheimersche Krankheit/Demenz
Die Schlüssel verlegt, den Termin vom Familientreffen vergessen, im Bus einen entfernten Bekannten nicht erkannt - all das kann jedem von uns passieren. Treten allerdings solche Gedächtnisstörungen gehäuft auf, handelt es sich möglicherweise um eine ernsthafte Erkrankung des Gehirns, um eine Demenz.

"Weg vom Geist" bzw. "ohne Geist" - so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs "Demenz" aus dem Lateinischen. Damit ist das wesentliche Merkmal der Krankheit, nämlich der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, beschrieben.
--- Aktuelles ---
Alzheimer-Aktionstag am 21. September in Halle
Am 21. September veranstaltet der DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt im großen Saal des halleschen Stadthauses von 10.00 bis 14.00 Uhr zum vierten Mal einen Aktionstag zum Thema Demenzerkrankung. Anlass ist der Welt-Alzheimer-Tag am 21. September. Schirmherrin des Alzheimertages ist Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados
Wer an Alzheimer leidet, wird früher oder später ein Pflegefall. Die Krankheit stellt damit auch für die Familie eine erhebliche körperliche und psychische Belastung dar, man spricht darum auch von der „Angehörigen-Krankheit“. Durch den ständigen Stress der Betreuung sind Angehörige oft selbst gefährdet, krank zu werden. Es ist deshalb wichtig, auch auf die eigene Gesundheit zu achten und die Möglichkeiten an Unterstützung auszuschöpfen.
Diese Möglichkeiten aufzuzeigen ist Ziel des Aktionstages. Dazu geben Fachleute aus Kliniken und anderen Einrichtungen der Gesundheitspflege in Fachvorträgen den Besuchern einen Überblick über die Entstehung von Demenz, ihre Früherkennung und Betreuungsmöglichkeiten.
Das Programm ist hier herunterzuladen.
Während der Fachvorträge besteht die Möglichkeit, Alzheimer-Erkrankte durch eine Ergotherapeutin sowie geschulte freiwillige Mitarbeiter betreuen zu lassen .

Demenz-Wegweiser erschienen
Angesichts des demografischen Wandels ist die Demenz ein Schwerpunkt unserer Arbeit mit alten Menschen. Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen mit Demenz und die Situation ihrer Angehörigen deutlich zu verbessern. Der ‚Wegweiser’ ist dafür ein guter Kompass und wichtiger Ratgeber (Pressemitteilung).
Sie können den Wegweiser als PDF-Datei hier herunterladen. In gedruckter Form ist er leider vergriffen.

Zur Demenz
Über 1,2 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Demenzerkrankungen, die über einhundert verschiedene Ursachen haben können. Trotzdem ist es ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Dabei ist es für Betroffene und Erkrankte wichtig, vermeintliche Symptome nicht zu verdrängen, sondern so früh wie möglich zu erkennen. Gesund alt zu werden ist der Wunsch vieler Menschen. Und tatsächlich erreichen heute immer mehr Menschen ein hohes Alter. Mit zunehmendem Lebensalter steigt allerdings auch die Häufigkeit der Demenzerkrankungen. So sind 2% der über 65 -jährigen und über 40% der über 80-jährigen Menschen betroffen.
Deshalb ist Wissen um Symptome sowie eine Früherkennung durch die medizinische Diagnose vom Hausarzt für die Lebensqualität von Angehörigen und Betroffenen entscheidend. Man kann z.b. auch weiterhin Reisen planen, Familientreffen organisieren und das Leben im fortgeschrittenen Demenzstadium gemeinsam besprechen.
Die Diagnose "Demenz" trifft die ganze Familie. Oft wird von einer "Familienkrankheit" gesprochen, denn nichts ist mehr, wie es war.
Die Demenz vom Alzheimer Typ wird entsprechend ihrer Ausprägung in drei Stadien unterteilt:
Erstes Stadium:
Schleichender Beginn mit kaum bemerkten Symptomen. Sie führen zu einer Beeinträchtigung komplexer Tätigkeiten und können folgende Bereiche betreffen:
Zweites Stadium:
Die Symptome sind so stark ausgeprägt, dass die selbständige Lebensführung nur noch mit erheblichen Einschränkungen und mit Unterstützung durch andere Menschen möglich ist. Betroffene Bereiche:
Drittes Stadium:
Im dritten klinischem Stadium ist die selbständige Lebensfähigkeit aufgehoben. Die Patienten sind vollständig von ihren Familienangehörigen oder von anderen Bezugspersonen abhängig. Das Gedächtnis ist nicht mehr in der Lage, neue Informationen zu speichern. Die Sprache beschränkt sich auf wenige Wörter. Die Angehörigen werden häufig nicht mehr erkannt. Zu den hochgradigen Störungen der geistigen Leistungen kommen jetzt körperliche Symptome hinzu. Im dritten Krankheitsstadium können auftreten.
06126 Halle (Saale),Braunschweiger Bogen 24, (03 45) 681 03 13

Beratungsstelle für Demenzerkrankte und deren Angehörige
(Agentur zur Vermittlung von Betreuungsleistungen)
jeden Dienstag 15.00 - 17.00 Uhr
Wir unterstützen Sie durch:
Einzelberatung
Familienberatung
Gruppenangebote (Kurse, Vorträge)
Vermittlung von Betreuungsleistungen u.a.
Unser Ziel:
Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität für betroffene Kranke
Angehörige unterstützen und entlasten
Gesprächsgruppe für Angehörige
Jeden 2. Donnerstag im Monat 15.00 bis 17 Uhr
Angehörige, die pflegen, sind in vielen Lebensbereichen belastet. Die Fürsorge um das erkrankte Familienmitglied bestimmt den Alltag.
Neben den körperlichen und seelischen Belastungen kommen zeitliche und finanzielle Einschränkungen hinzu. Der Erkrankte verändert sich, die Krankheit schreitet fort, die eigene Lebensplanung muss zurückgestellt wird. Oft fehlt im Alltag ein Mensch, mit dem man über Probleme und Schwierigkeiten, die mit der Pflege und Betreuung entstehen, reden kann.
Die Gruppe gibt hierfür Raum. Pflegende Angehörige sollen erleben, dass sie nicht allein sind und nicht allein gelassen werden.
Unser Ziel:
pflegenden Angehörigen den Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen zu ermöglichen
Unterstützung in der Gruppe zu erfahren
für ein wenig Zeit aus der Pflege zu kommen

Tages-Betreuungsgruppe / stundenweise Betreuung
täglich von 10.00-16.00 Uhr (nach Vereinbarung)
Unser Ziel:
Die Gruppentherapie umfasst eine gezielte Förderung und Aktivierung vorhandener Fähigkeiten durch:
Kosten: Für die Betreuung Montag bis Freitag:
10.00 - 16.00 Uhr: 60,00 Eur
eine Stunde: 10,00 Eur
Auf Wunsch:
Die Kosten für das Betreuungsangebot können nach Antrag von der Pflegekasse bezuschusst werden (1.200,00 - 2.400,00 € jährlich)
Häuslicher Betreuungsdienst
nach Vereinbarung
Sind Sie...
pflegende/r Angehörige/r eines älteren Menschen, der an einer Alzheimer Erkrankung oder einer anderen dementiellen Erkrankung leidet?
Fühlen Sie...
sich oft rund um die Uhr gefordert und haben kaum noch freie Zeit für Einkäufe, Besuch Hobbys oder für sich selbst?
Dann möchten wir Ihnen...
für einige Stunden in der Woche folgendes Angebot machen:
Einmal wöchentlich, nach Absprache, wollen freiwillige Mitarbeiter, Ihren erkrankten Familienangehörigen zu Hause betreuen.
Durch gemeinsame Tätigkeiten wie Singen, Erzählen, Bewegungs- und Gesellschaftsspiele, gemeinsames Kaffeetrinken und Spaziergänge wird der Nachmittag gestaltet.
Das Selbstwertgefühl der Erkrankten soll durch die Unterstützung verbleibender Fähigkeiten gestärkt werden, Freude, Abwechslung, Anregung und Entspannung stehen dabei im Vordergrund.
Sie sollen...
durch dieses Angebot entlastet und unterstützt werden. Sie können die "freie Zeit" für sich nutzen.
Telefonhotline
Unter der Telefonnummer 0345 5008529 erreichen Sie unere Demenz-Hotline. Von Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 15.00 Uhr und Freitag von 9.00 bis 13.00 Uhr werden Sie von einer erfahrenen Diplom Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin beraten.
Die angebotene Themenvielfalt ist groß. Sie umfasst unter anderem das Krankheitsbild, die Diagnose, den Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen, rechtliche Fragen und auch den Wunsch, über sehr persönliche Dinge zu sprechen. Die Hotline wird Sie in der Kommunikation mit Ihren demenzkranken Angehörigen unterstützen und Ihnen helfen, die oftmals sehr anspruchsvolle Betreuung Ihrer kranken Verwandten besser zu bewältigen. Dazu werden Ihnen und Ihren Angehörigen trägerübergreifende Hilfs- und Entlastungsangebote aus ganz Sachsen-Anhalt vermittelt.

Brigitte Solbrig
Demenzberatung
Tel.: 0345 5008529
eMail: brigitte.solbrig
@sachsen-anhalt.drk.de
Deutsches Rotes Kreuz
Landesverband Sachsen-Anhalt
Rudolf-Breitscheid-Straße 6
06110 Halle/Saale
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