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Presseinformation
Halle (Saale), 08. Juli 2009
PM 32/09
Mutter-Kind-Kuren im Aufwind
Kureinrichtungen dennoch unter Druck
Mutter-Kind-Kuren sind seit der Gesundheitsreform 2007 zu Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung geworden. Die Zahl der bewilligten Maßnahmen ist seitdem kontinuierlich gestiegen. Dennoch geraten die Kureinrichtungen seit Jahresbeginn wieder unter Druck.
Die Zahl der bewilligten Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen ist seit April 2007 zweistellig gestiegen: 34 % mehr Mütter mit 30 % mehr Kinder haben im Vergleich zu 2006 Kurmaßnahmen des MGW in Anspruch genommen. Nachdem zuvor jahrelang die Zahlen zurückgingen, ist jetzt zumindest der Stand von 2003 wieder erreicht.
Aus Sicht des Müttergenesungswerkes geben jedoch die aktuellen Trends in den 84 von der Stiftung anerkannten Einrichtungen Anlass zur Besorgnis. Im ersten Quartal 2009 sank die Zahl der Mütter und Kinder in den Maßnahmen um rund 10 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ablehnungen werden noch immer zu über 40 % mit der gesetzwidrigen Begründung „ambulant vor stationär“ ausgegeben, mit erkennbarer Tendenz, neue Varianten einzuführen. Kuratoriumsvorsitzende Marlene Rupprecht, MdB, betont: „Die Krankenkassen belegen nach Preis statt nach Qualität und üben dabei verstärkten Druck auf die Kureinrichtungen bezüglich der Reduzierung von Tagessätzen aus. Das Wunsch- und Wahlrecht der Mütter bleibt oft unberücksichtigt. Das entspricht nicht der Gesetzeslage.“
Auf der Jahrespressekonferenz des Müttergenesungswerkes (MGW) erklärte dazu Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt „Die Krankenkassen müssen Vorsorge- und Rehamaßnahmen für Mütter und Väter genehmigen, wenn sie medizinisch notwendig sind. Für viele Mütter ist die Kur ein Lichtblick, sie können zusammen mit ihren Kindern Kraft schöpfen und ihre Gesundheit stärken. Im Wettbewerb unter den Kassen zählt heute Service und bessere Leistung. Deshalb appelliere ich an die Krankenkassen, auch in Zukunft Mutter-/Vater-Kind-Kuren zu unterstützen. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle."
Hilfe und Unterstützung bei Beantragung und Wahl der Einrichtung geben die Kurberatungsstellen des Müttergenesungswerkes bei den Wohlfahrtsverbänden. In Sachsen-Anhalt unterhält das Deutsche Rote Kreuz 19 solcher Kurberatungsstellen, in denen die Mütter umfassenden Rat und Unterstützung erhalten. Auch die DRK-Mutter-Kind-Kurklinik in Arendsee gibt gerne Auskunft über Möglichkeiten und Wege zu einer Mutter-Kind-Kur. Die kostenfreie Kurberatung erreichen Sie unter 03 93 84/ 94 985. Tipps und Informationen im Internet auf www.drk-klinik-arendsee.de. Eine Liste der Kurberatungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie auf www.muettergenesungswerk.de.
Dirk Rohra
Pressesprecher
DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
Referat Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
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