Geschichte des Roten Kreuzes
 

Geschichte des Roten Kreuzes

Wirklich und wahrhaft ein Mensch zu sein, Würde, Gesundheit und Leben des anderen zu schützen, Leiden zu verhindern oder zu lindern - ist das nicht der Sinn unseres Lebens? Mit jeder Träne, die wir trocknen, wird der Traum von einer menschenwürdigeren Welt ein kleines Stück Wirklichkeit. Die Chance dazu liegt in uns selbst: Tue anderen das, was du wünschst, dass sie dir tun.

Woher wir kommen ...

Unser Ursprung
1828. Henry Dunant wird in Genf als Spross einer begüterten, humanitär geprägten Familie geboren. Schon früh begleitet er seine Mutter, die jede Woche die Arbeiterviertel von Genf aufsucht, um den Armen dort zu helfen. Er selbst verbringt von seinem 18. Lebensjahr an seine freien Abende und die Sonntage damit, Arme und Gefangene zu besuchen. Im Jahr 1859 kommt es zum Krieg zwischen Italien und Frankreich auf der einen und Osterreich auf der anderen Seite. Am 25. Juni führt das Schicksal Henry Dunant nach dem Ende einer furchtbaren Schlacht auf die Felder von Solferino. Was er dort sieht, bestimmt sein ganzes weiteres Leben. Zusammen mit einigen Bürgern aus der Umgebung kümmert er sich um die Verletzten, die einfach auf dem Schlachtfeld zurückgelassen worden waren, versucht, ihr Leiden zu lindern. Und in diesen Stunden reift in ihm der große Gedanke: Die Idee von einer Gemeinschaft, die sich weltweit um die Opfer von Konflikten kümmern sollte, um die Opfer von Kriegen, von Katastrophen, politischen und sozialen Krisen.

Die Idee vom Roten Kreuz
Im Oktober 1863 wird auf Initiative Henry Dunants in Genf eine Konferenz abgehalten, mit dem Ziel, eine internationale Vereinbarung zur Verbesserung des Schicksals der Kriegsverwundeten zu treffen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird gegründet. Am 22. August 1864 unterzeichnen Delegierte aus 16 Nationen die "Erste Genfer Konvention" Ein großer Augenblick für die Menschheit. Henry Dunants Weg aber scheint hier zu Ende zu sein. Seine sozial-ökonomischen Unternehmungen in Algerien führen ihn in den finanziellen Ruin. Er irrt jahrelang völlig verarmt durch Europa und gerät völlig in Vergessenheit.

Erst gegen Ende des Jahrhunderts wird den Menschen die Bedeutung seiner großen Idee wieder bewusst. Am 10. Dezember 1901 verleiht ihm das Nobelkomitee des norwegischen Parlaments den aller ersten Friedensnobelpreis. Am 30. Oktober 1910 stirbt der "Mann in Weiß", wie er auf dem Schlachtfeld von Solferino genannt worden war. Das große Vorbild aller Menschen der Tat vom Roten Kreuz.

Wir sind noch immer in Solferino

Über fünf Milliarden Menschen leben heute auf unserer Erde. Aber 1,2 Milliarden hungern. Über 20 Prozent können nicht lesen und schreiben. 30 Millionen Kinder wachsen auf ohne Zuhause, ohne Eltern, ohne Zuwendung, ohne Liebe, übernachten auf offener Straße, sind nackter Gewalt und Terror schutzlos ausgeliefert. Die Zerstörung der Umwelt schreitet unaufhaltsam fort. Hunger, Krieg und Naturkatastrophen treiben Millionen aus ihrer Heimat. Unzählige Menschen werden immer noch unterdrückt, gefangengehalten, gefoltert, getötet. Auch in den reichen Ländern geraten immer mehr Menschen ins soziale Abseits. Sie werden arbeitslos, alkoholkrank oder drogenabhängig. Solferino ist Gegenwart. Solferino ist überall... Es gibt eine Organisation, die sich überall auf der Welt um die Opfer der vielfältigsten Konflikte kümmert. Allein nach dem Maß der Not. Unparteilich und neutral. Diese Organisation ist das Rote Kreuz. Heute gibt es Rotkreuz und Rothalbmond-Gesellschaften in über 170 Ländern der Erde. Viele Millionen "Menschen der Tat" sind in ihnen vereinigt, leisten Ihren Dienst für Menschen in Not nach einheitlichen Grundsätzen, erfüllen ihren Auftrag in der ganzen Welt, helfen im Zeichen der Menschlichkeit.

 

Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes

Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes in Deutschland ist ein Spiegel der deutschen Geschichte. Sie beginnt 1863, im selben Jahr, als in Genf von einem Fünfer-Komitee Schweizer Bürger, unter ihnen Henry Dunant, zusammen mit Vertretern von 16 Staaten das Rote Kreuz überhaupt ins Leben gerufen wurde. 1866 entstand in Stuttgart mit dem Württembergischen Sanitätsverein die erste Rotkreuzgemeinschaft in einem deutschen Land. 1921 schlossen sich die Rotkreuz-Landesvereine und Landesfrauenvereine zum Deutschen Roten Kreuz e. V. zusammen.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges markierte auch das Ende eines einzigen nationalen Roten Kreuzes in Deutschland. Erst die Vereinigung beider deutscher Staaten am 3. Oktober 1990 machte auch den Weg frei zur Herstellung der Einheit des Deutschen Roten Kreuzes, zumal es nach den Grundsätzen der Bewegung des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes nur eine Nationale Rotkreuzgesellschaft in einem Land geben kann.

Auf Grundlage des Einigungsvertrages vom 8. November 1990 zwischem dem DRK der DDR, mit seinen neu gebildeten Landesverbänden und dem DRK der BRD erklärten die neugebildeten Landesverbände anlässlich der 40. DRK-Bundesversammlung am einen Tag später ihren Beitritt zum Deutschen Roten Kreuz zum 1. Januar 1991.
Das Deutsche Rote Kreuz besteht heute aus 19 Landesverbänden sowie dem Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz mit 34 Schwesternschaften. Die Landesverbände gliedern sich in 527 Kreisverbände, ca. 5.000 Ortsvereine und über 13.000 Rotkreuzgemeinschaften mit fast fünf Millionen Mitgliedern und Mitarbeitern.
Schirmherr des DRK ist der Bundespräsident.
Das DRK ist in der Bundesrepublik als Nationale Hilfsgesellschaft im Sinne der Genfer Rotkreuz-Abkommen anerkannt und zugleich Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. Das Wirken des Deutschen Roten Kreuzes beruht auf den Grundsätzen des Roten Kreuzes: Menschlichkeit Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.